Character Analysis & Movement Psychology

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Schauspieltechnik:

CHARAKTERANALYSE & BEWEGUNGSPSYCHOLOGIE

Die Laban/Malmgren-Technik

mit James Kemp

“There is a lot I have to be grateful for as an actor but I would have not much if it weren´t for the inspirational teaching of James Kemp. His use and teaching of the ´Yat Method` changed my view of what acting could be both as an observer and participant.” Emilia Clarke

Am Ende des Unterrichts wirst du die Welt durch neue Augen sehen, in der Lage sein, aus den Bewegungen anderer Menschen die Bedeutung „herauszulesen” und physisch ausdrucksstarke Figuren zu kreieren, die sowohl die Vorstellungskraft anregen als auch der Intention des Autors gerecht werden.

Der Unterricht basiert auf der Arbeit zweier Pioniere in der Theaterforschung des 20. Jahrhunderts: Rudolf Laban und Yat Malmgren.

Rudolf Laban wird als Architekt des europäischen zeitgenössischen Tanzes gehandelt und hat ein System geschaffen, mit dem Bewegung in all ihren Komponenten analysiert und klassifiziert werden kann. Dazu zählt die körperliche Bewegung genauso wie der menschliche Ausdruck und die psychologischen Impulse. Yat Malmgren griff dieses System auf, erweiterte es und entwickelte eine psychologische Typologie, die die Ansätze von Laban und Stanislavski miteinander vereinen. Diese Kombination aus inneren Beweggründen und starker Ausdruckstechnik dient dem Schauspieler als Grundlage, auf der er seinen Charakter aufbaut.

In diesen Unterrichtseinheiten wirst du eine praktisch ausgerichtete Theorie kennenlernen, die jede Art von ausdruckstragenden Regungen auf ihre Einzelkomponenten herunterbricht und sie mit den tief verankerten psychologischen Impulsen verbindet, die ihnen zugrunde liegen. Aus diesen Bausteinen kann entweder eine neue Figur in einem kreativen Prozess von Grund auf aufgebaut, oder eine bereits existierende Rolle in einem umfassenden und präzisen Interpretationsprozess genau analysiert werden.

Wir werden in den Unterrichtseinheiten die folgenden Bereiche diskutieren, entdecken und erarbeiten:

Aktion & Antrieb

Die 4 psychologischen Faktoren

Die 4 körperlichen Faktoren

Die 8 Working Actions

Die 6 inneren Haltungen (Charaktertypen)

Die 4 externalisierten Bedürfnisse

‘Szenarien’ – Übungen zum Charakteraufbau

 

James Kemp Bild 3

James Kemp | Video

 

Dieser Überblick kann als eine Einführung in das „Yat Book“, Malmgrens Theorie und Schaffen, mitsamt Erläuterungen zu den wichtigsten Grundsätzen seines Werkes und ihrer Anwendung auf die Arbeit als Schauspieler gesehen werden.

Ich bin davon überzeugt, dass bereits ein geringes Wissen über diesen Ansatz einen sehr großen Mehrwert bringt und, dass jeder Teilnehmer etwas finden wird, was er sofort in seine Arbeit auf oder hinter der Bühne bzw. vor oder hinter der Kamera einfließen lassen kann, oder gar als Zuschauer von Schauspiel und Theater wiedererkennen wird. Kern dieses Ansatzes ist die Grundannahme, dass wir mit dem Körper denken. Unser Körper gibt unsere inneren Beweggründe, unseren Geist, unsere Gedanken und Gefühle preis. Wenn wir erkennen, wie unsere Empfindungen sich zeigen, so können wir sie bewusst einsetzen, lernen sie zu kontrollieren, durch unsere Körper zum Ausdruck zu bringen und so jeden innigsten Wunsch, Willen, Gedanken oder Gefühl mit dem Zuschauer zu teilen. Die Zuschauer sind auf diese Weise in der Lage, unsere  Gedanken „zu lesen“, die dargestellten Charaktere zu verstehen und ehrlich an dem Leben der Figuren teilzuhaben.

Am Ende des Unterrichts werden die Teilnehmer bereits begonnen haben, die Welt um sich herum anhand dieser Erkenntnisse zu „lesen“ und die gegenseitige Verbindung zwischen Körper und Psyche herzustellen. Es werden Beispiele dafür gegeben, welche körperlichen Handlungen welche psychischen Reaktionen zufolge haben und erklärt, wie beide miteinander verflochten sind, wie der Charakter durch die Kontrolle der Körperbewegung geformt wird und, wie die unterschiedlichen psychologischen Typen physisch zum Ausdruck kommen.

Wir werden das Rad nicht neu erfinden, sondern einen neuen Weg finden es zu beschreiben. Diese Technik stellt eine umfassende und präzise Möglichkeit dar, das menschliche Verhalten zu beschreiben und theatralisch umzusetzen. Sie gibt Lernenden Werkzeuge an die Hand, die es ihnen erlauben, ihren Körper und Geist nach Belieben, auf dezente oder auch tiefgreifende Art und Weise, an die Gegebenheiten, Verfassung und Gedankenwelt einer neuen Figur anzupassen. Die Technik erlaubt es detaillierte und nuancenreiche Charakterisierungen zu erarbeiten und diese durch den Zugang zur inneren Gefühlswelt dramaturgisch darzustellen, die andernfalls kaum aktiviert werden könnte. Obwohl theoretisch komplex, ist die praktische Umsetzung simpel und gibt Schauspielern einen Weg vor, wie sie sich selbst einbringen, mehr Tiefe in ihrer Arbeit gewinnen und ihre darstellerische Phantasie durch eine Reihe von Fragestellungen auf ungeahnte Dimensionen erweitern können.

“…At the school that I went to [Drama Centre London], we dealt very much in character types, which is actually a very Jungian type of teaching. We discussed how there are „near“ characters in life—people that are sort of blinkered by their environments or what they’ve been taught. People that are homophobic, for example, would be „near“ personalities. Then you have a „stable“ personality, which would be more like a politician or a school teacher, and a „adream“ personality, who can be self-obsessed or self-indulgent to a certain extent, and who, as „dream“ suggests, isn’t totally hooked in to the real normality that everyone else is living in. Within that, you have feeling-sensing, and sensing-feeling, and I think my senses come before my emotions.“Interview mit Michael Fassbender; 
(Quelle: Slant Film Magazine)

„Yat took Laban’s notation into acting. We studied movement psychology and its notation. We didn’t use the notation particularly, but the notation is based on principles of putting psychological concepts into space, into action, into the physical world…“Colin Firth; (Quelle: Backstage)

„James Kemp taught me character analysis for three years. He inspires his students to reach a level of acting which is high- detailed and rich. The work that James teaches reminds actors constantly of the importance of the physical when acting- how our psychological state expresses itself in our bodies. Character analysis taught by James encourages actors to use themselves in the roles they play, but this by no means limits the possibility of transformation. There is also a lovely lot of freedom in this acting class as we were allowed to create whichever character our imaginations were pulling us towards.“Actress, Drama Centre London 

„What I will say is that from my perspective it helps to instill a discipline and rigour in your approach and you start to think about the little things in your performance with much more of a knowing view to what that says about your character, and indeed what the audience will receive from your performance. It gives you the tools to add great depth of character and a vocabulary and awareness of why your character has that depth.“Christopher Ashman – Actor, Drama Centre London

Character Analysis & Movement Psychology – Yat Malmgren

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